Viel Geschichte auf engem Raum

Was für eine faszinierende Altstadt!

Es war ein guter Tipp, ganz amAnfang erst einmal auf der alten Stadtmauer entlang zu spazieren. So bekommt man wenigstens einen kleinen Überblick über die einzelnen Viertel… Ich gehe zum Jaffator; das wird mein Einstieg in die Altstadt für die nächsten Tage werden. Ich bin noch schneller dort als erwartet, die Jaffastrasse ist schnell bis zum Ende gelaufen. Zum Start nehme ich erst mal die Nordseite der Mauer. Den Rundgang einmal komplett in einem Stück laufen ist nicht möglich – der Tempelberg liegt dazwischen und der Zugang „von oben“ ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Ich als „Ungläubiger“ habe da ja sowieso nichts verloren…

4 Gemeinschaften teilen die Altstadt in 4 „Quarters“ auf: ein Christliches Viertel, ein Armenisches, ein Jüdisches und ein Muslimisches Viertel. Insgesamt leben fast 40.000 Menschen in der Altstadt: 30.000 Muslime (!), 500 Armenier, 5.500 Christen und ca. 3.000 jüdische Bewohner (Stand 2013, wikipedia)

Die Gassen sind eigentlich eher enge Basargänge, oft auch noch überdacht oder in mehreren Etagen angeordnet. Überall wird man angesprochen, aber nicht bedrängelt. Ob es damals, vor 2000 Jahren, wohl auch so viele Geschäfte gab?

Die bekannteste Strasse ist wohl die „Via Dolorosa“, auf der Jesus nach seiner Verurteilung zum Platz der Kreuzigung gegangen sein soll. Hier sind immer wieder Gruppen von Pilgern, zum Teil über Funk mit ihrem Guide verbunden. Und immer wieder bleiben sie stehen, knien und singen. Übrigens führt ein grosser Teil dieser Strasse durchs muslimische Viertel. Das scheint aber ohne grössere Probleme möglich zu sein.

Sicherheit wird hier wirklich sehr ernst genommen. Schwer bewaffnete Polizisten und Motorradfahrer mit automatischen Waffen gehören zum Bild überall dazu – und, ehrlich gesagt, stören mich auch nicht. Ich fühle mich echt sicher, selbst abends allein in den dann recht leeren Gassen. Allein in der Altstadt gibt es 6 Polizeiwachen, 400 Polizisten zusätzlich zu Spezialeinheiten, die nur für die heiligen Stätten zuständig sind, und gepanzerte Fahrzeuge.

Eigentlich wäre das mein Tagesprogramm gewesen, aber ich hab´noch Lust auf mehr… Also gehe ich „noch eben“ durchs Kidrontal zum Garten Gethsemane. Zwei Überraschungen: Von der Ostseite bis dahin ist es nur ein Katzensprung, vielleicht 5-10 Minuten zu Fuss. Und: dieser Garten ist (jetzt jedenfalls) ein kleines Gärtchen. Aber mit uralten Olivenbäumen die vielleicht Jesus schon gesehen haben könnte… Wer weiss?

Und die „Church of all Nations“ dort ist eine wirklich wundervolle Kirche.

Vieles ist hier dichter beieinander als ich erwartet hatte. Ist nur gut so, ich laufe mir sowieso einige Kilometer zusammen an so einem Tag…

Abends besuche ich dann den „Christus Treff Marburg“, naja, die Herberge mitten in der Altstadt die von den Marburgern geleitet wird. Die ist nur mit guter Wegbeschreibung zu finden-es ist wirklich verwinkelt. Dieses Johanniter Hospiz ist ein kleines Gästehaus, und regelmässig werden auch Vortragsabende und Gottesdienste für Gäste und Interessierte angeboten. Heute sind es eine ganze Menge Leute, z.T Gruppen von YWAM und anderen Organisationen die mal eben vorbeischauen. Gute Gemeinschaft hier. Vielen Dank für die Gastfreundschaft!

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