Yad Vashem

Das gehört natürlich dazu: ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte „Yad Vashem“. Die Tram fährt quasi vor meiner Haustür los und endet am „Mount Herzl“.

Mal generell zu den „mounts“, „Bergen“ hier: Das sind alles kleine Hügel, die aber dennoch deutliche Täler zwischen ihnen markieren. Eigentlich geht´s in ganz Jerusalem immer auf und ab. Auch mein täglicher Weg zur Altstadt hat ein paar Meter Steigung. Vielleicht so ähnlich wie die Fußgängerzone zuhause bei mir in Kleve.

Die Anlage ist weitläufig und besteht aus mehreren Gebäuden. Derr Eintritt ist frei; mit getragen wird die seit 1954 bestehende Einrichtung von Spenden. Zum Teil haben Hinterbliebene Beiträge geleistet, eine im Holocaust umgekommene Künstlerin hat sogar noch in ihrem Letzten Willen ihre Hinterlassenschaft „einem noch zu gründenden Gedenk-Museum“ vermacht.

Besonders eindrucksvoll waren für mich ein original-Transportwaggon auf Gleisen die ins Leere ragen. Auch die ums Leben gekommenen Kinder haben eine eigene Gedenkstätte; man landet in einem komplett dunklen Spiegelsaal, in dem sich eine Kerze hundertfach reflektiert, während fortwährend Namen und Alter von hunderten Kindern verlesen werden. Ohne Handlauf wäre man komplett orientierungslos in diesem Labyrinth. Das habe ich lange auf mich wirken lassen.

Das modern gestaltete Museum verläuft als dreieckiger Spitzbau teilweise unter den anderen Anlgen hindurch. Eigentlich ist es „nur“ ein langer Gang, der aber immer wieder von Installationen unterbrochen wird und die Besucher in die Nebenräume führt. Alles in Allem sehr eindrucksvoll und lebendig gemachte Geschichte.

Besonders interessant: das angeschlossene Forschungs- und Dokumentationszentrum. 125 Millionen Seiten Dokumente und Filme, 420.000 Fotografien. Die 100.000 mit Überlebenden geführten Interviews sind dabei ganz besonders eindrucksvoll. Immer wieder tauchen einzelne besonders passende Zeugnisse in den einzelnen Stationen auf.

Das hat doch länger gedauert als geplant. Ich habe mir einfach die Zeit genommen die ich für angemessen hielt. Und hier kann man mehr nachlesen…

Die Tram führt in der Gegenrichtung praktischerweise direkt zum Jaffator. so fahre ich gleich durch und besuche noch eben die Altstadt, bevor ich mich „ins Nachtleben stürze“. Heute ist Party angesagt auf den Strassen. Auch das gehört zu Israel.

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