Zone A, B, C

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Inzwischen hat sich auch das Rätsel gelöst, warum ich auf dem Hinweg von Tel Aviv so viele Grenzanlagen gesehen habe.

Wenn man sich die Karte ansieht, wölbt sich die Westbank wie eine eingedellte Blase ins israelische Landesinnere. Oder, je nach Perspektive, drückt sich Jerusalem samt Umland wie ein Fremdkörper tief ins Westjordanland.

Der Bauch dieser „Westbank-Eindellung“ ist so dick dass ich dort entlang gefahren sein muss.

Dieses Gebiet wird seit den Osloer Verträgen aus den 1990er Jahren in 3 Zonen unterteilt:

  • A-Gebiete (18% des Gesamtgebiets, über 50% der Gesamtbevölkerung), unter palästinensischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung.
  • B-Gebiete (20% des Gebiets, über 40% der Bevölkerung) sind unter palästinensischer Zivilverwaltung und gemeinsamer israelisch-palästinensischer Sicherheitsverwaltung.
  • C-Gebiete (62% des Gebiets, ca. 6% der Bevölkerung) unter fast voller israelischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung. Das sind freie Flächen in denen Entwicklung stattfinden kann.

Die einzelnen A-Gebiete sind vollständig von C-Gebieten umschlossen, also von Gebieten unter israelischer Verwaltung. Dass es so für die einzelnen Enklaven schwierig wird sich weiter zu entwickeln kann man sich vorstellen. Ob das der wirkliche Grund für die dauerhafte Abhängigkeit (auch von EU-Geldern) ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Allerdings ist es so dass die israelische Zivilverwaltung dort in jeden Bereich des Alltags eingreift, z.B. auch über Baugenehmigungen. Die Zahl der israelischen Siedler in diesen Gebieten hat sich seit Abschluss der Osloer Verträge 1993 von 110.000 auf 310.000 im Jahr 2010 fast verdreifacht.

Siehe auch

https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=One-state_solution&oldid=766320264

 

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